Nicht immer muss der Gärtner der Mörder sein

12.11.2012 – WIESBADEN

KRIMINACHT Interaktives Drama mit dem Improvisationstheater „Für Garderobe keine Haftung“ / Das Publikum bereitet für das Stück „MordArt“ die Zutaten vor

Das Rezept ist stets das Gleiche. Man nehme eine Leiche, drei Verdächtige, etwas Polizei, ein bestimmtes Milieu und natürlich einen Mörder oder eine Mörderin. Noch bevor es losging, durften die, die zur Kriminacht die Buchhandlung Hugendubel bis auf den letzten Platz besetzt hatten, auf Zetteln ihre Lieblings-Mordmethoden notieren und in den „Todesarten-Eimer“ werfen.

Das Ensemble des Improvisationstheaters „Für Garderobe keine Haftung“ bereitete in Zusammenarbeit mit dem Publikum die Zutaten für das Kriminalstück „MordArt“ vor. Dass sich das Ganze in einer „Reichen-Villa“ im Nerotal abspielen sollte, war sicher den Fernsehkrimi-Erfahrungen geschuldet. Genauso wie die sozialkritische Beimischung, in Gestalt der verarmten und im Ghetto (Schelmengraben) lebenden Hip-Hop begeisterten Schwester (Claudia Stump) der vornehmen Hausherrin (Silke Siegel). Eine Abstimmung ergab, dass das Kindermädchen zu Tode kommen sollte, geköpft mit einem Samurai-Schwert, wie es das Los aus dem Eimer orakelte. Um einen weiteren Verdächtigen zu haben, musste der Getränkelieferant (Frederik Malsy) sich zur festgelegten Tatzeit am Tatort aufhalten. Er versorgte die Villa der von Mondscheins nicht nur mit Getränken, er war – wie die lesbische Hausherrin – in das Kindermädchen verliebt.

Der Täter wird ausgelost

Wer der Mörder sein sollte, wurde heimlich ausgelost – es war das große Rätsel, das es zu lösen galt. Nachdem Zuschauer noch „Indizien“ beigesteuert hatten, Regenschirm, Haarspray und ein psychologisches Handbuch, war die Mixtur zubereitet und das Drama konnte seinen Lauf nehmen.

Es lag nun an den Akteuren, eine spannende Krimistory daraus zu machen. Spannend geriet sie nicht, aber humorvoll, witzig und meist unterhaltsam. Besonders Frederik Malsy brillierte mit schlagfertigen Einfällen, spontanen Aktionen und spaßigen Wortspielen. Die Auflösung erfolgte im klassischen Stile einer Agatha Christie. Dreimal musste das Kindermädchen sterben, köstlich gespielt von Stefanie Petereit, immer von einem anderen Verdächtigen geköpft. Der Getränkehändler war es, stellte sich wenig überraschend heraus. Eine Besucherin, die wie viele richtig getippt hatte, wurde mit einem Preis belohnt. Ein runder Abend, mit wenig Krimi zwar, dafür mit umso mehr Klamauk, bei dem das Publikum sich hervorragend amüsierte.

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